Executive Education: Weiterbildung wird Pflicht für Führungskräfte
Wie DORA, EU AI Act und CSRD die Anforderungen an eine belastbare Steuerungsarchitektur auf C-Level radikal verändern.
S+P Unternehmerforum | Aufsichtsrat & Vorstand
Stand: Oktober 2026 (Ausblick 2027) · Lesezeit: rund 10 Minuten · Zielgruppe: Aufsichtsratsmitglieder, Personalabteilung, Geschäftsleitung
Was verdient ein Aufsichtsrat? Die Höhe von Gehalt und Vergütung variiert stark je nach Branche, Unternehmensgröße und regulatorischem Umfeld – mit deutlich höheren Beträgen und strengeren Eignungsanforderungen im Finanzsektor.
Die Bezahlung des Aufsichtsrats ist in § 113 AktG geregelt und wird durch Satzung oder Hauptversammlungsbeschluss festgelegt – als festes Grundgehalt, variable erfolgsabhängige Vergütung oder in Kombination. In Finanzunternehmen liegt das durchschnittliche Aufsichtsrats-Gehalt nach Marktbeobachtung zwischen 50.000 und 150.000 Euro pro Jahr. Bei großen, systemrelevanten Instituten steigt der Verdienst auf bis zu 300.000 Euro. In der Industrie bewegt sich das Honorar zwischen 20.000 und 80.000 Euro; bei großen börsennotierten Unternehmen sind bis zu 200.000 Euro üblich.
Zusätzlich zum Fixum wird oft ein Sitzungsgeld je Teilnahme gezahlt. Im Finanzsektor liegt dieses zwischen 500 und 3.000 Euro pro Sitzung, in Nicht-Finanzunternehmen meist zwischen 300 und 1.000 Euro. Vorsitzende erhalten in der Regel das Zwei- bis Dreifache des Gehalts eines einfachen Aufsichtsratsmitglieds.
Besonders streng reguliert ist der Finanzsektor: § 25d KWG verlangt von allen Aufsichtsratsmitgliedern von Instituten Zuverlässigkeit und die erforderliche Sachkunde, geprüft durch BaFin und Bundesbank – inklusive laufender Weiterbildung.
| Kriterium / Gehalts-Bestandteil | Finanzunternehmen (Banken/Versicherungen) | Nicht-Finanzunternehmen (Industrie/Mittelstand) |
|---|---|---|
| Durchschnittliches Gehalt (Fixum) | 50.000–150.000 € p.a., bei großen Instituten bis 300.000 € | 20.000–80.000 € p.a., bei DAX-Konzernen bis 200.000 € |
| Gehalt für den Vorsitzenden | 100.000–450.000 € p.a. (in der Regel Faktor 2 bis 3 des Fixums) | 40.000–240.000 € p.a. (in der Regel Faktor 2 bis 3 des Fixums) |
| Sitzungsgeld (je Teilnahme) | 500–3.000 € je Sitzung | 300–1.000 € je Sitzung, bei KMU teils pauschal abgegolten |
| Gesamtverdienst (inkl. Ausschüsse) | 100.000–250.000 € (einfaches Mitglied) | 50.000–150.000 € (einfaches Mitglied) |
| Treiber für die Bezahlung | Haftungsrisiko, KWG-Auflagen, BaFin-Prüfungen, DORA | Unternehmensgröße, Börsennotierung, ESG-Ziele |
Hinweis: Die Beträge sind Richtwerte aus der Marktbeobachtung und keine amtlichen Werte. Maßgeblich sind Satzung bzw. Hauptversammlungsbeschluss des jeweiligen Unternehmens und – bei börsennotierten Gesellschaften – der Vergütungsbericht nach § 162 AktG.
Das Grundgehalt und die weiteren Vergütungsbestandteile der Aufsichtsratsmitglieder sind in § 113 Aktiengesetz geregelt. Die Festsetzung erfolgt grundsätzlich durch die Satzung oder einen Hauptversammlungsbeschluss, wobei sowohl ein festes Gehalt, eine variable erfolgsabhängige Komponente als auch eine Kombination beider Modelle vorgesehen sein kann. Die Vergütung soll nach § 113 Abs. 1 Satz 3 AktG in einem angemessenen Verhältnis zu den Aufgaben der Aufsichtsratsmitglieder und zur Lage der Gesellschaft stehen.
Bei börsennotierten Aktiengesellschaften gewinnt die Transparenz der Bezahlung zunehmend an Bedeutung: Nach § 113 Abs. 3 AktG beschließt die Hauptversammlung mindestens alle vier Jahre über die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder, ein bestätigender Beschluss ist möglich. Zusätzlich berichten Vorstand und Aufsichtsrat jährlich im Vergütungsbericht nach § 162 AktG.
Deutscher Corporate Governance Kodex: Der DCGK enthält in Empfehlung G.18 ergänzende Vorgaben zur Aufsichtsratsvergütung, insbesondere zur angemessenen Berücksichtigung des höheren Zeitaufwands von Vorsitz und Ausschüssen und zur nachhaltigen Ausrichtung einer erfolgsorientierten Vergütung. Unternehmen, die diesen Empfehlungen folgen, stärken das Vertrauen von Investoren und Aufsichtsbehörden.
Neben dem fixen Grundgehalt erhalten viele Aufsichtsräte ein Sitzungsgeld pro Teilnahme, Zulagen für Ausschusstätigkeiten etwa im Risiko- oder Prüfungsausschuss sowie Zuschläge für den Vorsitz im Gremium. Diese variablen Bestandteile machen den Gesamtverdienst eines Aufsichtsrats oft deutlich höher als das reine Fixum.
Deutlich höherer Verdienst im Finanzsektor aufgrund strengerer Regulatorik und persönlicher Haftungsrisiken.
Je größer das Unternehmen, desto höher fällt in der Regel das Gehalt und die Aufwandsentschädigung aus.
Global agierende Unternehmen zahlen ihren Aufsichtsräten meist ein höheres Gehalt als regionale Mittelständler.
Eine Zusatzvergütung für den Prüfungs- oder Risikoausschuss treibt das Gehalt im Finanzsektor stark nach oben.
| Thema | Inhalt / Anforderung |
|---|---|
| Rechtsgrundlage Banken | § 25d KWG: Mitglieder des Verwaltungs- oder Aufsichtsorgans müssen zuverlässig sein und die zur Wahrnehmung der Kontrollfunktion sowie zur Beurteilung und Überwachung der Geschäfte erforderliche Sachkunde besitzen (§ 25d Abs. 1 KWG). |
| Rechtsgrundlage Versicherungen | § 24 VAG: Anforderungen an Zuverlässigkeit und fachliche Eignung der Aufsichtsratsmitglieder von Versicherungsunternehmen. |
| Rechtsgrundlage Industrie | Keine allgemeine aufsichtliche Eignungsprüfung. Bei kapitalmarktorientierten Gesellschaften muss mindestens ein Mitglied des Aufsichtsrats Sachverstand auf dem Gebiet Rechnungslegung oder Abschlussprüfung besitzen (§ 100 Abs. 5 AktG). |
| Prüfung | Bei Instituten durch BaFin und Bundesbank, u. a. im Rahmen der Anzeige neuer Mitglieder. |
| Weiterbildung | Das Institut stellt Ressourcen für Einführung und Fortbildung bereit; Sachkunde ist laufend zu erhalten. Als gute Praxis gelten ein Einführungsprogramm für neue Mitglieder binnen sechs Monaten und eine jährliche Auffrischung. |
| DORA | Nach Art. 5 Abs. 4 der Verordnung (EU) 2022/2554 halten Mitglieder des Leitungsorgans ihre Kenntnisse und Fähigkeiten zu IKT-Risiken durch regelmäßige Schulungen auf aktuellem Stand. |
| Nachweis | Kompetenzmatrix, Lebenslauf, Schulungs- und Zertifikatsnachweise sowie Dokumentation der Eignungsbeurteilung. |
Das Gehalt eines Aufsichtsrats ist 2027 stark von Branche und Größe abhängig: Im Finanzsektor sind Vergütung und Verdienst höher, zugleich aber an strengere Eignungs- und Schulungspflichten gebunden. Rechtlich entscheidend ist in allen Branchen, dass die Vergütung nach § 113 AktG angemessen begründet und sauber beschlossen ist.
Drei Punkte sollten Unternehmen jetzt angehen:
Richtwerte: im Finanzsektor 50.000–150.000 € pro Jahr, in der Industrie 20.000–80.000 €. Hinzu kommen Sitzungsgelder und Ausschusszulagen. Die tatsächliche Höhe richtet sich nach Satzung oder Hauptversammlungsbeschluss.
Nach § 113 Abs. 1 AktG die Satzung oder die Hauptversammlung. Bei börsennotierten Gesellschaften beschließt die Hauptversammlung nach § 113 Abs. 3 AktG mindestens alle vier Jahre über die Vergütung.
In der Regel das Zwei- bis Dreifache eines einfachen Mitglieds. Der DCGK empfiehlt, den höheren Zeitaufwand von Vorsitz und Ausschüssen angemessen zu berücksichtigen.
Häufig ja. Im Finanzsektor sind 500–3.000 € je Sitzung üblich, in Nicht-Finanzunternehmen meist 300–1.000 €. Maßgeblich ist die Regelung in der Satzung oder im Hauptversammlungsbeschluss.
Bei Banken verlangt § 25d KWG Zuverlässigkeit und die erforderliche Sachkunde, bei Versicherern gilt § 24 VAG. Die Eignung wird von BaFin und Bundesbank geprüft und ist durch laufende Weiterbildung zu erhalten.
Bei börsennotierten Gesellschaften ja: Vorstand und Aufsichtsrat erstellen jährlich einen Vergütungsbericht nach § 162 AktG.
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Achim Schulz kennt die Führungsebene aus eigener Verantwortung. Er bringt langjährige Erfahrung als Bankvorstand, Geschäftsführer und Interim-Manager in der Industrie mit. Diese Doppelperspektive aus Finanzsektor und Realwirtschaft zeichnet ihn aus. Sie macht ihn zum gefragten Sparringspartner für CEO, COO, CRO und CFO. Er versteht die komplexe Dynamik zwischen Geschäftsleitung, Aufsichtsrat und Gesellschaftern. Zudem weiß er genau, worauf es in kritischen Unternehmensphasen ankommt. Praxisnah und auf Augenhöhe übersetzt er strategische sowie aufsichtsrechtliche Anforderungen. Das Ergebnis sind fundierte, verantwortungsvolle und nachvollziehbar vorbereitete Führungsentscheidungen.
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