Projektmanagement mit Scrum
Scrum Artefakte sind Product Backlog, Sprint Backlog und Increment. Sie machen sichtbar, was geplant, was in Arbeit und was fertig ist. Jedes der drei trägt seit der Fassung von November 2020 ein eigenes Commitment, an dem sich seine Aussagekraft messen lässt.
Dieser Beitrag ordnet die Begriffe entlang des offiziellen Regelwerks ein, trennt sie von Kennzahlen und Werkzeugen, die häufig mit ihnen verwechselt werden, und zeigt dir, woran du erkennst, ob die Artefakte in deinem Team tatsächlich Transparenz erzeugen oder nur gepflegt werden.
Scrum kennt genau drei Artefakte. Das Product Backlog beschreibt, was für das Produkt benötigt wird. Das Sprint Backlog beschreibt, was das Team in diesem Sprint tut und wie. Das Increment ist das Ergebnis, das den Qualitätsanspruch bereits erfüllt. Alles andere, was im Projektalltag entsteht, ist Praxis, nicht Regelwerk.
Mit der Fassung November 2020 hat jedes Artefakt ein Commitment erhalten: das Produkt-Ziel für das Product Backlog, das Sprint-Ziel für das Sprint Backlog, die Definition of Done für das Increment. Das Commitment ist kein Zusatz, sondern der Maßstab, an dem sich das Artefakt prüfen lässt. Ein Product Backlog ohne Produkt-Ziel ist eine Liste ohne Richtung.
Die Verantwortung ist eindeutig verteilt. Der Product Owner verantwortet ein wirksames Product-Backlog-Management, die Developer verantworten das Sprint Backlog und die Einhaltung der Definition of Done. Der Scrum Master besitzt keines der Artefakte, sondern sorgt dafür, dass sie ihren Zweck erfüllen.
Seit Juni 2025 kursiert zusätzlich das Scrum Guide Expansion Pack, das eine erweiterte Commitment-Struktur vorschlägt. Es ist eine Ergänzung unter freier Lizenz, kein Ersatz. Wer nach dem offiziellen Regelwerk arbeitet oder sich zertifizieren lässt, bleibt bei drei Artefakten und drei Commitments.
Scrum ist kein Gesetz und keine Norm. Es gibt genau ein Dokument, das den Rahmen definiert: den Scrum Guide von Ken Schwaber und Jeff Sutherland. Die aktuelle offizielle Fassung stammt von November 2020 und wird auf scrumguides.org frei bereitgestellt, unter anderem in einer deutschen Community-Übersetzung.
Für die Artefakte ist diese Fassung die entscheidende. Bis 2017 waren Product Backlog, Sprint Backlog und Increment beschrieben, ohne dass ihnen ein Zielbezug zugeordnet war. Seit 2020 trägt jedes Artefakt ein Commitment, und das Produkt-Ziel ist als Begriff neu hinzugekommen. Ältere Übersetzungen und ältere Schulungsunterlagen bilden diese Struktur nicht ab.
Wenn in deinem Unternehmen zwei Teams unterschiedliche Vorstellungen davon haben, was ein Increment ist, liegt das häufig daran, dass sie auf unterschiedliche Fassungen des Regelwerks zurückgreifen. Die Klärung ist einfach: Maßgeblich ist die Fassung von November 2020, solange keine neue offizielle Fassung erscheint.
Scrum stammt aus der Softwareentwicklung, das Regelwerk selbst ist aber bewusst domänenoffen formuliert. Es spricht von einem Produkt, nicht von Software. Ein Produkt kann eine Dienstleistung, ein physisches Erzeugnis oder ein internes System sein. Für Industrie, Handel und Verwaltung gelten die Artefakte unverändert, sobald es ein abgrenzbares Produkt mit Nutzern gibt.
Jedes Artefakt beantwortet eine andere Frage, und jedes Commitment macht die Antwort überprüfbar.
Geordnete, jederzeit veränderliche Liste dessen, was für das Produkt benötigt wird. Sie ist die einzige Quelle für Arbeit, die das Team übernimmt. Commitment: das Produkt-Ziel.
Plan der Developer für diesen Sprint: das Warum, die ausgewählten Einträge und der Weg zur Lieferung. Commitment: das Sprint-Ziel.
Konkreter Schritt zum Produkt-Ziel, der nutzbar ist. Commitment: die Definition of Done als gemeinsamer Qualitätsmaßstab.
Das Product Backlog enthält alles, was zur Verbesserung des Produkts beiträgt. Es ist geordnet, nicht sortiert nach Eingang, und es ist nie abgeschlossen. Verfeinert wird es fortlaufend im Refinement: grobe Einträge werden zerlegt, präzisiert und mit gemeinsamem Verständnis versehen. Das Regelwerk gibt für das Refinement bewusst keine feste Dauer und kein festes Format vor.
Das Produkt-Ziel beschreibt einen künftigen Zustand des Produkts und dient dem Team als langfristige Orientierung. Es ist Bestandteil des Product Backlogs; der übrige Inhalt des Backlogs beantwortet die Frage, was zur Erfüllung dieses Ziels nötig ist. Ein Team verfolgt ein Produkt-Ziel, bis es erreicht oder bewusst aufgegeben wird.
Für die Größe der Einträge sind die Developer verantwortlich, nicht der Product Owner. Der Product Owner kann sie dabei unterstützen, indem er den fachlichen Hintergrund erläutert. Einträge, die innerhalb eines Sprints fertiggestellt werden können, gelten als auswählbar für das Sprint Planning.
Das Sprint Backlog besteht aus drei Bestandteilen: dem Sprint-Ziel als Begründung, den ausgewählten Product-Backlog-Einträgen als Inhalt und einem umsetzbaren Plan für die Lieferung des Increments. Es ist ein Plan von den Developern für die Developer, keine Berichtsvorlage für das Management.
Das Sprint-Ziel entsteht im Sprint Planning und muss vor dessen Ende feststehen. Es ist die einzige Zielsetzung des Sprints und schafft Fokus, weil es das Team auf ein gemeinsames Ergebnis ausrichtet statt auf eine Summe einzelner Aufgaben. Stellt sich während des Sprints heraus, dass der Aufwand anders liegt als erwartet, stimmen die Developer den Umfang mit dem Product Owner neu ab. Das Sprint-Ziel selbst bleibt dabei unangetastet.
Das Sprint Backlog wird während des gesamten Sprints fortlaufend aktualisiert. Es muss detailliert genug sein, damit der Fortschritt im Daily Scrum tatsächlich beurteilt werden kann.
Ein Increment ist ein überprüfbarer Schritt in Richtung Produkt-Ziel. Damit es Wert stiftet, muss es nutzbar sein. Innerhalb eines Sprints können mehrere Increments entstehen; ihre Summe wird im Sprint Review vorgestellt. Eine Auslieferung an Stakeholder ist auch vor dem Sprintende möglich, das Review ist keine Freigabehürde.
Arbeit gilt erst dann als Teil des Increments, wenn sie die Definition of Done erfüllt. Erfüllt ein Eintrag sie nicht, wird er nicht released und nicht im Sprint Review präsentiert, sondern kehrt ins Product Backlog zurück. Ein Zwischenstand mit dem Vermerk „fast fertig“ ist kein Increment.
Die Definition of Done beschreibt den Zustand, in dem das Increment die geforderten Qualitätsstandards erreicht. Sie schafft Transparenz, weil alle Beteiligten dasselbe Verständnis davon haben, was abgeschlossen bedeutet. Gibt die Organisation bereits eine Definition of Done vor, ist sie der Mindeststandard, den das Team nicht unterschreiten darf. Gibt es keine, erstellt das Scrum Team sie selbst. Arbeiten mehrere Teams am selben Produkt, müssen sie sich auf eine gemeinsame Definition of Done einigen.
Ein großer Teil der Verwirrung im Alltag entsteht dadurch, dass nützliche Praktiken den Rang eines Artefakts zugesprochen bekommen. Das Regelwerk kennt sie nicht. Sie dürfen eingesetzt werden, sie tragen aber keine Verpflichtung und keinen definierten Zweck im Rahmen von Scrum.
Darstellungsformen für den Fortschritt. Hilfreich, aber sie ersetzen weder das Sprint Backlog noch die Prüfung im Daily Scrum. Ein sauber fallendes Chart sagt nichts darüber aus, ob das Sprint-Ziel erreichbar bleibt.
Schätz- und Prognosehilfen aus der Praxis. Sie stehen nicht im Regelwerk. Wird Velocity zur Leistungskennzahl, verschiebt sich die Transparenz vom Ergebnis auf die Zahl.
Kein Artefakt und kein Commitment. Das Regelwerk beschreibt lediglich, dass Einträge, die innerhalb eines Sprints fertiggestellt werden können, für die Auswahl im Sprint Planning bereit sind. Eine formale Hürde davor ist eine freiwillige Teamvereinbarung.
Verbreitete Arbeitsmittel ohne Regelwerksstatus. Die Roadmap wird häufig mit dem Produkt-Ziel verwechselt: Das Produkt-Ziel ist ein Zustand, die Roadmap eine Terminplanung.
Ein Ticketsystem bildet Artefakte ab, es ist keines. Die Aussage „das Sprint Backlog ist im Tool“ verwechselt Träger und Inhalt. Geprüfte Softwareprodukte werden hier bewusst nicht bewertet; die Wahl des Werkzeugs bleibt eine unternehmensinterne Entscheidung.
Das Scrum Guide Expansion Pack, veröffentlicht im Juni 2025 von Ralph Jocham, John Coleman und Jeff Sutherland, schlägt eine erweiterte Commitment-Struktur vor. Es steht unter freier Lizenz und versteht sich ausdrücklich als Ergänzung zur Fassung von 2020, nicht als deren Ablösung.
Artefakte sind keine Dokumente, die einmal erstellt und dann abgelegt werden. Jedes hat einen festen Platz im Rhythmus des Sprints. Die Zeitangaben beziehen sich auf einen Sprint von einem Monat; bei kürzeren Sprints verkürzen sich die Termine entsprechend.
| Artefakt | Entsteht | Wird überprüft in | Wird angepasst |
|---|---|---|---|
| Product Backlog | Vor dem ersten Sprint, danach fortlaufend im Refinement | Sprint Planning und Sprint Review (Review maximal vier Stunden) | Laufend durch den Product Owner |
| Produkt-Ziel | Sobald ein neuer Zielzustand verfolgt wird | Sprint Review, wenn sich Marktlage oder Bedarf verändert | Erst nach Erreichen oder bewusstem Aufgeben |
| Sprint Backlog | Im Sprint Planning (maximal acht Stunden) | Daily Scrum, täglich 15 Minuten | Täglich durch die Developer |
| Sprint-Ziel | Im Sprint Planning, steht vor dessen Ende fest | Daily Scrum | Bleibt während des Sprints unverändert |
| Increment | Sobald ein Eintrag die Definition of Done erfüllt | Sprint Review, als Summe aller Increments des Sprints | Nicht rückwirkend; Nacharbeit wird neuer Eintrag |
| Definition of Done | Durch Organisation vorgegeben oder vom Team erstellt | Sprint Retrospective (maximal drei Stunden) | Zwischen Sprints, nie mitten im Sprint |
Der Sprint selbst dauert höchstens einen Monat. Längere Zyklen sind mit dem Regelwerk nicht vereinbar, weil die Überprüfung der Artefakte dann zu selten stattfindet, um Fehlentwicklungen rechtzeitig zu erkennen.
Artefakte gehören nicht dem Team als Ganzes, sondern haben klar zugeordnete Verantwortliche. Diese Zuordnung ist der häufigste Reibungspunkt bei der Einführung, weil sie mit gewachsenen Projektrollen kollidiert.
| Rolle | Artefakt | Verantwortung | Häufige Fehlzuordnung |
|---|---|---|---|
| Product Owner | Product Backlog | Wirksames Product-Backlog-Management: Entwicklung und Kommunikation des Produkt-Ziels, Erstellung und Reihenfolge der Einträge, Transparenz und Verständlichkeit | Ein Gremium entscheidet über die Reihenfolge. Der Product Owner ist eine Person, kein Ausschuss. |
| Developer | Sprint Backlog | Erstellung und tägliche Anpassung des Plans, Schätzung der Eintragsgröße, Auswahl der Einträge für den Sprint | Die Projektleitung verteilt Aufgaben. Die Developer planen selbst. |
| Developer | Increment | Einhaltung der Definition of Done bei jedem Eintrag, der als fertig gilt | Qualitätssicherung wird nachgelagert. Die Definition of Done gilt pro Eintrag, nicht pro Release. |
| Scrum Master | Alle drei | Wirksamer Einsatz von Scrum, Beseitigung von Hindernissen, Befähigung des Teams zu Transparenz | Der Scrum Master pflegt das Board. Er besitzt kein Artefakt und führt es nicht. |
Sechs Muster, die in Schulungen regelmäßig auftauchen, jeweils mit dem Punkt im Regelwerk, an dem sie scheitern.
Die Liste wächst, die Reihenfolge wird nach Lautstärke der Anforderer bestimmt. Ohne Produkt-Ziel fehlt der Maßstab, an dem sich Priorisierung begründen lässt. Das Produkt-Ziel ist laut Regelwerk Bestandteil des Product Backlogs, nicht ein Dokument daneben.
Das Daily wird zur Berichtsrunde an die Führungskraft. Das Sprint Backlog ist ein Plan von und für die Developer. Sobald es primär der Berichterstattung dient, verliert es seinen Zweck als Planungsinstrument.
Drei Teams am selben Produkt mit drei Qualitätsbegriffen. Das Regelwerk verlangt bei gemeinsamer Produktarbeit eine gemeinsame Definition of Done. Sonst ist die Summe der Increments nicht integrierbar.
Im Review wird ein Zwischenstand gezeigt, die Nacharbeit folgt im nächsten Sprint. Arbeit, die die Definition of Done nicht erfüllt, ist kein Teil des Increments und gehört zurück ins Product Backlog.
Einträge kommen unzerlegt ins Sprint Planning und passen nicht in einen Sprint. Refinement ist kein eigenes Event mit fester Dauer, aber eine laufende Aktivität. Fällt sie weg, verschiebt sich die Arbeit ins Planning und sprengt dessen Zeitrahmen.
Velocity wird zum Steuerungsinstrument, das Increment zur Nebensache. Die Kennzahl ist manipulierbar, das lieferbare Ergebnis nicht. Wer Wert messen will, findet dafür eigene Rahmenwerke; Scrum selbst verlangt keine Velocity.
Fünf Fragen zur Selbsteinschätzung. Wähle je Frage den Zustand, der auf dein Team zutrifft. Die Einordnung erscheint unmittelbar darunter. Es werden keine Eingaben gespeichert oder übertragen.
1. Gibt es ein formuliertes Produkt-Ziel, das jedes Teammitglied benennen kann?
Erfüllt. Prüfe im nächsten Review nur noch, ob das Ziel noch zur Marktlage passt. Ein erreichtes Produkt-Ziel wird abgelöst, nicht stillschweigend weitergeführt.
Teilweise. Ein Ziel, das nur im Kopf des Product Owners existiert, wirkt nicht. Schreibe es in einem Satz auf und hänge es an den Anfang des Product Backlogs.
Offen. Ohne Produkt-Ziel ist jede Priorisierung angreifbar. Das ist die Maßnahme mit dem größten Hebel und dem geringsten Aufwand: ein Satz, eine Abstimmung, eine Ablage im Backlog.
2. Steht das Sprint-Ziel vor Ende des Sprint Plannings fest und ist es im Sprint Backlog festgehalten?
Erfüllt. Nutze das Sprint-Ziel als Prüfgröße im Daily: Bringt uns die heutige Arbeit dem Ziel näher, oder arbeiten wir nur die Liste ab?
Teilweise. Ein Ziel, das erst im Sprintverlauf entsteht, kann seinen Zweck nicht erfüllen. Es soll den Umfang begründen, nicht ihn im Nachhinein beschreiben.
Offen. Ohne Sprint-Ziel ist der Sprint eine Aufgabensammlung. Führe die Frage „Warum ist dieser Sprint wertvoll?“ als ersten Tagesordnungspunkt im Planning ein.
3. Existiert eine schriftliche Definition of Done, die alle Teams am selben Produkt teilen?
Erfüllt. Halte die Definition of Done in der Retrospective aktuell und ändere sie nie mitten im laufenden Sprint.
Teilweise. Eine mündliche Übereinkunft hält dem ersten Konflikt nicht stand. Schreibe sie auf und prüfe, ob die Organisation bereits einen Mindeststandard vorgibt.
Offen. Ohne gemeinsame Definition of Done sind Increments mehrerer Teams nicht integrierbar. Setze einen Termin an, in dem die beteiligten Teams eine gemeinsame Fassung erarbeiten.
4. Aktualisieren die Developer das Sprint Backlog täglich selbst?
Erfüllt. Prüfe zusätzlich, ob der Detailgrad ausreicht, um im Daily eine Aussage zum Sprint-Ziel treffen zu können.
Teilweise. Eine Aktualisierung kurz vor dem Review macht das Artefakt zur Dokumentation. Der Wert entsteht durch die tägliche Anpassung.
Offen. Pflegt jemand anderes das Sprint Backlog, gehört es nicht mehr den Developern. Gib die Pflege zurück ins Team und beobachte eine Sprintlänge lang, was sich ändert.
5. Wird im Sprint Review ausschließlich gezeigt, was die Definition of Done erfüllt?
Erfüllt. Damit ist der Fortschritt belastbar. Nutze das Review für die Frage, was als Nächstes den größten Beitrag zum Produkt-Ziel leistet.
Teilweise. Werden Zwischenstände als Ausnahme gezeigt, wird die Ausnahme zur Regel. Trenne im Review klar zwischen Increment und Ausblick.
Offen. Werden unfertige Ergebnisse präsentiert, entsteht ein Fortschrittsbild, das nicht trägt. Das ist der häufigste Grund für Überraschungen kurz vor einem Liefertermin.
Schritte, die sich unabhängig vom Reifegrad lohnen und die kein Team später zurückdrehen muss.
Formuliere den angestrebten Produktzustand in einem Satz und lege ihn an den Anfang des Product Backlogs. Prüfe ihn im Sprint Review. Das ist die einzige Maßnahme, die alle weiteren erst sinnvoll macht.
Sammle die Kriterien, die faktisch schon gelten, und schreibe sie auf. Prüfe, ob die Organisation einen Mindeststandard vorgibt, den ihr nicht unterschreiten dürft. Ergänzt wird später, gestrichen selten.
Lege fest, wer wann Einträge zerlegt, und prüfe vor jedem Planning, ob die obersten Einträge in einen Sprint passen. Das Regelwerk schreibt kein Format vor, verlangt aber das Ergebnis.
Ersetze die Statusrunde durch die Frage, ob das Sprint-Ziel noch erreichbar ist und was den Weg dorthin blockiert. Das ändert die Funktion des Sprint Backlogs vom Bericht zum Plan.
Arbeiten mehrere Teams am selben Produkt, setze einen Termin für eine gemeinsame Fassung an. Solange jedes Team eigene Kriterien nutzt, ist die Summe der Increments nicht belastbar.
Stelle sicher, dass alle Beteiligten mit der Fassung von November 2020 arbeiten. Zieht jemand eine ältere Übersetzung oder das Expansion Pack heran, benenne den Unterschied ausdrücklich statt ihn zu überdecken.
Wenn du in deinem Team nur eine Sache ändern willst, dann diese: Kläre, was bei euch als fertig gilt, und schreibe es auf. Von dort aus lassen sich Produkt-Ziel, Sprint-Ziel und die Prüfung im Review ohne große Umstellung nachziehen.
Die drei Scrum Artefakte sind das Product Backlog, das Sprint Backlog und das Increment. Das Product Backlog beschreibt, was für das Produkt benötigt wird. Das Sprint Backlog ist der Plan der Developer für den laufenden Sprint. Das Increment ist das Ergebnis, das die Definition of Done bereits erfüllt. Weitere Artefakte kennt der Scrum Guide nicht.
Zum Product Backlog gehört das Produkt-Ziel, zum Sprint Backlog das Sprint-Ziel, zum Increment die Definition of Done. Diese Zuordnung gilt seit der Fassung von November 2020. Das Commitment macht das jeweilige Artefakt überprüfbar und verhindert, dass es zu einer reinen Sammlung wird.
Nein. Burndown- und Burn-up-Charts, Velocity, Story Points, die Definition of Ready und Impediment-Listen sind verbreitete Praktiken, aber keine Artefakte nach dem Scrum Guide. Du darfst sie einsetzen. Sie ersetzen jedoch weder ein Artefakt noch sein Commitment, und sie sind für die Anwendung von Scrum nicht erforderlich.
Der Product Owner verantwortet ein wirksames Product-Backlog-Management, also Inhalt, Reihenfolge und Verständlichkeit sowie das Produkt-Ziel. Die Developer verantworten das Sprint Backlog und die Einhaltung der Definition of Done beim Increment. Der Scrum Master besitzt kein Artefakt, sondern sorgt dafür, dass Scrum wirksam eingesetzt wird.
Das Product Backlog wird im Sprint Planning und im Sprint Review überprüft, das Sprint Backlog täglich im Daily Scrum von 15 Minuten, das Increment im Sprint Review. Die Definition of Done kommt in der Sprint Retrospective auf den Prüfstand. Die genannten Zeitgrenzen beziehen sich auf einen Sprint von einem Monat.
Nein. Das Scrum Guide Expansion Pack wurde im Juni 2025 von Ralph Jocham, John Coleman und Jeff Sutherland unter freier Lizenz veröffentlicht und schlägt eine erweiterte Commitment-Struktur vor. Es versteht sich als Ergänzung zur Fassung von November 2020 und ersetzt sie nicht. Die offizielle Fassung auf scrumguides.org bleibt maßgeblich.
Primärquellen zuerst. Der Scrum Guide ist das einzige Dokument, das Scrum definiert; die übrigen Einträge ordnen ihn ein oder ergänzen ihn.
Das maßgebliche Regelwerk von Ken Schwaber und Jeff Sutherland. Steht für die Definition der drei Artefakte und ihrer Commitments.
scrumguides.org/docs/scrumguide/v2020/2020-Scrum-Guide-US.pdfCommunity-Übersetzung der offiziellen Fassung, bereitgestellt über scrumguides.org. Steht für die deutschen Begriffe Produkt-Ziel, Sprint-Ziel und Definition of Done.
scrumguides.org/docs/scrumguide/v2020/2020-Scrum-Guide-German.pdfDirekt lesbare Fassung desselben Dokuments. Steht für die Nachprüfbarkeit einzelner Formulierungen ohne PDF-Download.
scrumguides.org/scrum-guide.htmlÜbersicht der Fassungen seit 2010. Steht für die Einordnung, dass die Commitments erst mit der Fassung 2020 eingeführt wurden.
scrumguides.org/revisions.htmlErgänzungsdokument von Ralph Jocham, John Coleman und Jeff Sutherland, Juni 2025, unter Creative-Commons-Lizenz. Steht für den Vorschlag einer erweiterten Commitment-Struktur außerhalb des offiziellen Regelwerks.
scrumexpansion.orgRahmenwerk zur Messung des Wertbeitrags, Fassung Mai 2024. Steht für die Abgrenzung: Wertmessung ist nicht Bestandteil der Scrum Artefakte, sondern ein eigenes Instrument.
scrum.org/resources/evidence-based-management-guideVertiefung zu den Scrum Artefakten und den zugehörigen Rollen sowie die Programme, in denen die Methodik trainiert wird.

Achim Schulz kennt komplexe Projekte nicht nur vom Hörensagen. Er hat sie selbst erfolgreich ins Ziel gesteuert. Als erfahrener Geschäftsführer und Interim-Manager weiß er: Der Druck auf Projektleiter war nie höher. Enge Timelines, hybride Teams und ständige Änderungen führen oft zum Chaos. Er ist der strategische Kompass für angehende und erfahrene Project Manager. Graue Theorie und starre Methodenlehre gibt es bei ihm nicht. Er setzt auf absolute Umsetzungskraft. Dafür verbindet er klassische Projektsteuerung intelligent mit agilen Frameworks wie Scrum. Sein besonderer Fokus liegt auf der Praxisintegration von Künstlicher Intelligenz. Er zeigt dir, wie KI zum echten Co-Piloten im Projektalltag wird. Mithilfe der S+P Tool Box rüstet er dich mit sofort einsetzbaren Prompts und Automatisierungs-Templates aus. So machst du Schluss mit manuellem Reporting-Aufwand. Das klare Ziel: Du verhinderst teuren Scope Creep. Du führst deine Stakeholder und dein Team souverän – auch auf Distanz. Und du bringst jedes Projekt in Zukunft stressfrei und sicher über die Ziellinie.
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