Aus dem Compliance Hub

Autor: Achim Schulz
– Compliance & Governance-Artikel
– Compliance & Risk Analyst (S+P Hub)
Achim Schulz
fokussiert sich im S+P Governance Hub auf die Dynamik regulatorischer Anforderungen, ESG-Faktoren und digitaler Resilienz. Ziel ist es, komplexe regulatorische Rahmenbedingungen in anwendbare Management-Tools zu transformieren und Entscheidungsträgern so maximale Handlungsfähigkeit zu sichern.
schreibt über Compliance-Transformation, DORA und die AMLA-Reformen für Finanz- und Unternehmensverantwortliche. Die Expertise unterstützt den S+P Compliance Hub mit Beiträgen zu regulatorischen Strategien und operativer Resilienz, um komplexe Vorgaben in zukunftssichere Prozesse zu übersetzen.

3. Februar 2026
Lesezeit: 5 Minuten

Fit & Proper Update – So erfüllst du die aktuellen BaFin-Anforderungen sicher und prüfungstauglich

Viele Geschäftsleiter und Aufsichtsräte wiegen sich in trügerischer Sicherheit:
Einmal von der BaFin als fit & proper akzeptiert – und das war’s? Leider nein.
Mit dem neuen Rundschreiben, das 2025 in Kraft getreten ist, zieht die BaFin die Zügel deutlich an.

Plötzlich reichen alte Erfahrungswerte nicht mehr: ESG-Kompetenz, IT-Verständnis und digitale Resilienz werden zu zentralen Anforderungen.
Besonders kritisch: Die BaFin verlangt jetzt eine aktive Selbsteinschätzung und regelmäßige Nachweise.
Wer das ignoriert, riskiert Reputationsschäden – und im schlimmsten Fall die eigene Zulassung oder persönliche Haftung.

Neue Fit-&-Proper-Regeln der BaFin

Was bedeutet Fit and Proper überhaupt?

Der Begriff Fit & Proper stammt aus dem englischen Aufsichtsrecht und bedeutet „geeignet und zuverlässig“.
Die BaFin prüft damit, ob Mitglieder der Geschäftsleitung, des Aufsichtsrats oder andere Schlüsselpersonen fachlich geeignet und persönlich zuverlässig sind.

Ziel: Nur Personen mit ausreichender Qualifikation, Integrität und zeitlicher Verfügbarkeit sollen an entscheidenden Positionen tätig sein – zum Schutz des Finanzsystems und der Kunden.


Warum hat die BaFin die Regeln überarbeitet?

Das neue Rundschreiben vereint und modernisiert mehrere ältere Merkblätter.
Hintergrund sind europäische Vorgaben (EBA/ESMA-Leitlinien, Risikoreduzierungsgesetz) sowie der wachsende Einfluss der Digitalisierung und Cyberrisiken.

Die BaFin will damit:

  • Rechtssicherheit erhöhen

  • Regelungen vereinheitlichen

  • IT-Kompetenz und ESG-Know-how stärken

  • Transparenz und Dokumentation verbessern

  • Europäische Vorgaben konsequent umsetzen


Die wichtigsten Neuerungen im Überblick

1. Einheitliches Rundschreiben statt vieler Merkblätter

Endlich Übersicht: Alle bisherigen Vorgaben werden in einem zentralen Dokument zusammengefasst. Das vereinfacht Anwendung und Nachweisführung erheblich.

2. Fokus auf IT- und Digital-Kompetenz

Führungskräfte müssen künftig nachweislich IT-Verständnis besitzen.
Das betrifft Themen wie Cybersecurity, digitale Geschäftsmodelle, Cloud und KI.

💡 Tipp: Dokumentiere deine digitalen Fortbildungen, Zertifikate oder Praxiserfahrung.

3. Strengere Prüfung der zeitlichen Verfügbarkeit

Die BaFin achtet jetzt stärker darauf, ob du ausreichend Zeit für dein Mandat hast.
Zu viele parallele Verpflichtungen können als Mangel gelten – Bußgelder bis zu 5 Mio. € sind möglich.

4. Mehr Transparenz und Dokumentationspflichten

Qualifikationen, Erfahrungen und Verfügbarkeiten müssen detailliert dokumentiert werden – inklusive Selbsteinschätzung und Nachweise.

5. Umsetzung des Risikoreduzierungsgesetzes

Die Anforderungen werden künftig stärker an Größe und Risikoprofil des Instituts angepasst.

6. Wer ist betroffen?

Alle Institute unter BaFin-Aufsicht (LSI) – also kleinere und mittlere Banken und Finanzdienstleister.
Für Significant Institutions (SI) bleibt die EZB zuständig.


Was bedeutet das für dich konkret?

Wenn du Geschäftsleiter bist:

  • Nachweise zu Ausbildung, Berufserfahrung und IT-Kompetenz regelmäßig aktualisieren

  • Zeitliche Verfügbarkeit realistisch einschätzen

  • Fortbildungen zu Digitalisierung & ESG-Themen wahrnehmen

Wenn du im Aufsichtsrat sitzt:

  • IT- und Digitalverständnis wird Pflicht.

  • Themen wie Cloud, KI und Cybersecurity gehören zum Standardwissen.

Wenn du in HR oder Compliance arbeitest:

  • Prozesse, Checklisten und Auswahlkriterien anpassen

  • Dokumentation der IT-Kompetenzen und Zeitverfügbarkeiten einbauen


Fit-&-Proper-Checkliste: So bereitest du dich optimal vor

  1. Selbstcheck durchführen
    → Wo bestehen Wissenslücken? Besonders bei IT oder ESG-Themen?

  2. Nachweise aktualisieren
    → Ausbildungszertifikate, Berufserfahrung, Fortbildungen dokumentieren.

  3. Prozesse im Unternehmen anpassen
    → HR und Compliance sollten die neuen BaFin-Vorgaben einarbeiten.

  4. Fortbildungen absolvieren
    → z. B. BaFin Fit & Proper Schulung für Geschäftsleiter

  5. Regelmäßigen Austausch suchen
    → Teilnahme an Arbeitsgruppen, Branchenforen oder S+P Seminaren.


So unterstützt dich S+P Seminare bei der Umsetzung

Unsere S+P Fit-&-Proper-Trainings vermitteln dir das Wissen, das die BaFin jetzt verlangt:

  • IT- & Digital-Kompetenz

  • ESG & Governance

  • Haftungs- und Aufsichtsrecht

  • Praxisnahe Dokumentation deiner Eignung


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Du möchtest wissen, ob du die neuen Fit-&-Proper-Anforderungen bereits erfüllst – oder ob Handlungsbedarf besteht?

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  • eine praxisnahe Checkliste zur Selbstbewertung

  • Hinweise zur Dokumentationspflicht gegenüber der BaFin

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Fazit: Die neuen Fit-&-Proper-Regeln als Chance

Auch wenn die neuen Anforderungen mehr Aufwand bedeuten, bieten sie eine echte Chance:
Wer sie erfüllt, zeigt Professionalität, Zukunftsfähigkeit und regulatorische Stabilität –
und positioniert sich als verlässliche Führungskraft im Finanzsektor.

S+P Tipp: Beschäftige dich frühzeitig mit den neuen BaFin-Anforderungen, nutze gezielte Schulungen und halte deine Nachweise aktuell. So bist du bestens gewappnet für jede Prüfung.


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