Welche GeldwÀscheregeln kommen noch in 2021?

Welche GeldwĂ€scheregeln kommen noch in 2021? Der Internationale WĂ€hrungsfonds (IWF) schĂ€tzt den Umfang der GeldwĂ€sche weltweit auf 4 Billionen Dollar jĂ€hrlich. In Deutschland geht man laut einer Dunkelfeldstudie von 100 Mrd. Euro pro Jahr aus. Die nichtfinanziellen Risiken durch GeldwĂ€sche wachsen fĂŒr Finanzinstitute. Insbesondere in der GeldwĂ€schebekĂ€mpfung wird eine noch hĂ€rtere Gangart der Aufseher erwartet. Die erhöhte Aufmerksamkeit erhöhe das Risiko von Strafen.

 

Welche GeldwÀscheregeln kommen noch in 2021?

 

Welche GeldwÀscheregeln kommen noch in 2021?

Angesichts der anhaltenden Probleme treiben nationale und europÀische Institutionen die Regulierung weiter voran.

6. EU GeldwĂ€sche-Richtlinie schließt strafrechtliche LĂŒcken. Mit der 6. GeldwĂ€scherichtlinie wird die Definition fĂŒr GeldwĂ€sche vereinheitlicht, um auch strafrechtliche LĂŒcken in der Gesetzgebung einzelner EU-Staaten zu beseitigen. Als Reaktion auf neue kriminelle AktivitĂ€ten gibt es nun eine harmonisierte Liste mit 22 Vortaten, die GeldwĂ€sche darstellen. Hierzu zĂ€hlen auch Steuervergehen, UmweltkriminalitĂ€t und Cyber-KriminalitĂ€t.

 

All Crimes Approach

Bei der Umsetzung der sogenannten sechsten GeldwĂ€scherichtlinie ist der deutsche Gesetzgeber ĂŒber das geforderte Maß hinausgegangen. Es kann nunmehr jede strafbare Handlung eine Vortat zur GeldwĂ€sche sein. Konkret sieht das Gesetz vor, dass es kĂŒnftig nicht mehr darauf ankommt, dass Vermögenswerte aus ganz bestimmten Straftaten stammen. Entscheidend solle nur noch sein, dass ein Vermögenswert durch irgendeine Straftat erlangt wurde. Egal, ob durch Drogenhandel, Schutzgelderpressung, Menschenhandel, Betrug oder Untreue.

Wenn der TĂ€ter die kriminelle Herkunft des Vermögenswertes leichtfertig nicht erkennt oder sogar in Kauf nimmt und ihn verbirgt oder verschleiert, so greift dann bereits der neue Tatbestand der GeldwĂ€sche. In der Praxis wird dies zu einem massiven Anstieg der geldwĂ€scherechtlichen Ermittlungsverfahren fĂŒhren.

 

Das Transparenzregister wird zum Vollregister

Aktuell im Gesetzgebungsprozess befindet sich der Entwurf eines Gesetzes zur europĂ€ischen Vernetzung der Transparenzregister und zur Umsetzung der Richtlinie 2019/1153. Es geht um die bessere Nutzung von Finanzinformationen fĂŒr die BekĂ€mpfung von GeldwĂ€sche, Terrorismusfinanzierung und sonstigen schweren Straftaten.

Das Transparenzregister wird damit kĂŒnftig als Vollregister nicht nur einen quantitativ umfassenden Datenbestand zu den wirtschaftlich Berechtigten enthalten. Den wirtschaftlich Berechtigten zu kennen, ist eine entscheidende Grundlage, um das Risiko fĂŒr illegale GeschĂ€fte zu bewerten.

 

Neues 6-Punkte-Paket zur GeldwÀscheprÀvention

Nach der 6. EU-Richtlinie hat die EU-Kommission mit der Arbeit an einem neuen 6-Punkte-Paket begonnen. Dieses soll noch im Juli veröffentlicht werden. Vorgesehen ist die Abkehr von EU-Richtlinien, die den einzelnen Mitgliedstaaten SpielrĂ€ume ermöglicht. KĂŒnftig will die EU ĂŒber Verordnungen unmittelbares Recht setzen.

Die EU-Kommissarin Mairead McGuinness wird wie folgt zitiert: „Das neue Paket wird der Big Bang sein“. Die Schaffung einer EU-weiten GeldwĂ€sche-Superbehörde sei das „HerzstĂŒck“ der Reformen. Die neue Institution soll die Aufgaben der GelwĂ€sche-Aufsicht und der FIU-Koordination unter einem Dach vereinen. Finanzunternehmen mit hohem Risiko, die international tĂ€tig sind, sollen kĂŒnftig direkt beaufsichtigt werden.

Welche GeldwÀscheregeln kommen noch in 2021?

Die EU-GeldwĂ€scheaufsicht zielt darauf ab, die 27 Financial Intelligence Units (FIUs) zu unterstĂŒtzen und die Koordination zu verbessern. Informationen sollen einfacher ausgetauscht werden können. Die neue EU-Aufsicht soll 2024 ihre Arbeit aufnehmen und zwei Jahre spĂ€ter mit der direkten Aufsicht ĂŒber die nationalen AML-Behörden beginnen.

 

Bargeldzahlungen sollen begrenzt werden

Welche GeldwĂ€scheregeln kommen noch in 2021? Im Rahmen des 6-Punkte-Pakets ist geplant, einen Höchstbetrag fĂŒr Bargeldzahlungen von 10 000 Euro einzufĂŒhren. Einige LĂ€nder wie Deutschland erlauben noch Bargeldzahlungen in nahezu unbegrenzter Höhe.

 

Aufbau einer zentralen EU-weiten Datenbank

Welche GeldwĂ€scheregeln kommen noch in 2021? Zu den Neuregelungen zĂ€hlen auch die technischen Regulierungsstandards fĂŒr eine zentrale Datenbank zur BekĂ€mpfung von GeldwĂ€sche und Terrorismusfinanzierung in der EU. Diese Regulierungsstandards werden derzeit konsultiert. Eine solche Datenbank gilt als ein SchlĂŒsselinstrument fĂŒr die kĂŒnftige EU-Aufsicht.

DarĂŒber hinaus hat die EBA die Leitlinien zur Sorgfaltspflicht gegenĂŒber Kunden und zu den Faktoren, die Kredit- und Finanzinstitute bei der Bewertung des GeldwĂ€scherisikos finalisiert. Danach haben Unternehmen eine ganzheitliche Risikobetrachtung vorzunehmen. Die Leitlinien enthalten detaillierte Risikofaktoren, an denen sich zu Meldungen Verpflichtete orientieren können. Außerdem sind nun auch GeldwĂ€scherisiken fĂŒr Crowdfunding-Plattformen, E-Geld-Emittenten sowie Anbieter der neuen Zahlungsdienste, Kontoinformationsdienste und Zahlungsauslösedienste mit Risikofaktoren klar umrissen.

 

Risikobasierter Ansatz fĂŒr Kryptoverwahrer – Know your pseudonym

Die FATF hat einen Leitfadenentwurf fĂŒr einen risikobasierten Ansatz fĂŒr virtuelle Assets und Virtual Asset Service Provider (VASP) vorgelegt. Die Überarbeitungen konzentrierten sich u.a. auf die Definitionen von virtuellen VermögensgegenstĂ€nden, die Anwendung der FATF-Standards auf Stablecoins, die Risiken sowie Risikominderungsmaßnahmen fĂŒr Peer-to-Peer-Transaktionen.

Diese Änderungen an den bereits bestehenden FATF-Leitlinien zielen darauf ab, gleiche Wettbewerbsbedingungen fĂŒr VASPs aufrechtzuerhalten sowie die Möglichkeit der regulatorischen Arbitrage zwischen LĂ€ndern zu minimieren. In einem aktuellen FIU Typologie-Papier werden Kryptoverwahrer hinsichtlich ihrer GeldwĂ€scherisiken detailliert analysiert. Bei Kryptozahlungen ist zwar eine hohe Transparenz ĂŒber die Historie der Transaktionen gegeben. Ganz anders stellt sich das beim Know your customer -Prinzip dar. Allein ĂŒber die Blockchain kann der Nutzer einer Adresse nicht identifiziert werden. Daher muss sich GeldwĂ€scheprĂ€vention in dem Bereich auf die Frage fokussieren, wem tatsĂ€chlich die „Wallet“ gehört („Know your pseudonym“).“

 

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