Wahlmöglichkeiten bieten
Das Gefühl, keine Kontrolle zu haben, verstärkt Widerstand. Die Selbstbestimmungstheorie von Deci und Ryan beschreibt Autonomie, Kompetenz und soziale Eingebundenheit als psychologische Grundbedürfnisse. Werden sie erfüllt, entsteht nachhaltige, selbstbestimmte Motivation. Autonomie bedeutet dabei nicht Unabhängigkeit, sondern das Erleben, aus eigener Entscheidung zu handeln.
So setzt du es um
- Rahmen festlegen: Was ist gesetzt (Ziel, Termin, Qualitätsstandard)?
- Spielräume benennen: Wo kann das Team wählen (Reihenfolge, Werkzeug, Arbeitsort, Pilotbereich)?
- Teamentscheidung moderieren: Optionen bewerten, Entscheidung dokumentieren.
Beispiel: Ein Team entscheidet selbst, in welcher Reihenfolge es die Prozessschritte umstellt und welches Teilteam den Pilot übernimmt. Ziel und Termin sind vorgegeben.
Geltendes Recht
- Mobile Arbeit: Regelst du Büro- und Homeoffice-Tage, hat der Betriebsrat bei der Ausgestaltung mobiler Arbeit mitzubestimmen (§ 87 Abs. 1 Nr. 14 BetrVG).
- Teilautonome Teams: Erledigt eine Gruppe eine übertragene Gesamtaufgabe im Wesentlichen eigenverantwortlich, bestimmt der Betriebsrat über die Grundsätze der Durchführung von Gruppenarbeit mit (§ 87 Abs. 1 Nr. 13 BetrVG).
Praxistipp: Wahlmöglichkeiten ohne Rahmen erzeugen Unsicherheit. Nenne immer zuerst, was nicht verhandelbar ist.


