Executive Summary: Wenn du als Compliance Officer Non-Compliance entdeckst, zählt jede Sekunde und jeder Handgriff. Ein falscher Schritt beim Reporting oder der Beweissicherung kann rechtliche Konsequenzen für dich und dein Unternehmen haben. In diesem Leitfaden erfährst du, wie du strukturiert vorgehst – von der revisionssicheren Dokumentation bis zur sicheren Eskalation an den Aufsichtsrat.
| PHASE | DEIN WICHTIGSTER TASK ALS COMPLIANCE OFFICER |
|---|---|
| 1. Sicherung | Beweismittel wie E-Mails, System-Logs und relevante Dokumente revisionssicher sichern und unverändert einfrieren. |
| 2. Analyse | Rechtliche Ersteinschätzung vornehmen: Liegt eine Straftat, ein aufsichtsrechtlicher Verstoß oder ein interner Richtlinienverstoß vor? |
| 3. Meldung | Strukturiertes Reporting an die Geschäftsleitung; bei Interessenkonflikten oder Betroffenheit des Managements Eskalation an den Aufsichtsrat. |
| 4. Aufarbeitung | Interne Untersuchung einleiten – bei Bedarf unter Einbindung externer Prüfer oder spezialisierter Rechtsanwälte. |
| 5. Abschluss | Korrekturmaßnahmen umsetzen, Ursachen abstellen und identifizierte Lücken im internen Kontrollsystem (IKS) nachhaltig schließen. |
Als Compliance Officer trägst du eine große Verantwortung für die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und interner Richtlinien in deinem Unternehmen. Die Entdeckung von Non-Compliance-Fällen – also Verstößen gegen diese Vorschriften – ist eine ernste Angelegenheit, die entschlossen und sorgfältig gehandhabt werden muss. Dieser Artikel bietet eine umfassende Anleitung, wie du vorgehen solltest, wenn du auf Non-Compliance stößt.
Gründliche Aufzeichnungen führen: Beginne damit, alle Fakten, die du entdeckt hast, genau zu dokumentieren. Dazu gehören Datum, betroffene Abteilungen, beteiligte Personen und eine Beschreibung der Non-Compliance. Diese Dokumentation hilft nicht nur, den Fall klar zu erfassen, sondern ist auch essenziell für die nachfolgenden Untersuchungsschritte.
Beweismaterial sichern: Sichere alle relevanten Dokumente, E-Mails, Verträge und elektronischen Datensätze, die als Beweismaterial dienen könnten. Es ist wichtig, dass diese Informationen unverändert bleiben und in einer Weise gesichert werden, die ihre Integrität und Authentizität gewährleistet.
Ersteinschätzung vornehmen: Analysiere die Schwere des Verstoßes und die potenziellen Risiken für das Unternehmen. Nicht jede Non-Compliance erfordert dieselbe Reaktion; die Maßnahmen sollten der Schwere und den potenziellen Auswirkungen des Verstoßes angemessen sein.
Rechtliche Bewertung: In manchen Fällen kann es notwendig sein, schnell rechtlichen Rat einzuholen, besonders wenn die Non-Compliance rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen könnte. Ein Fachanwalt kann helfen, die Situation besser zu bewerten und zu entscheiden, welche Schritte rechtlich erforderlich und ratsam sind.
Die richtigen Stellen informieren: Berichte den Vorfall an die zuständigen internen Stellen. Das kann die Geschäftsführung, der Vorstand oder der Aufsichtsrat sein, je nach organisatorischer Struktur und bestehenden Policies. Es ist wichtig, dass die Information auf den richtigen Ebenen und in angemessener Form kommuniziert wird.
Transparenz wahren: Auch wenn der Impuls bestehen könnte, das Problem intern „unter den Teppich zu kehren“, ist Transparenz entscheidend. Sie schützt nicht nur das Unternehmen vor weiteren rechtlichen Risiken, sondern stärkt auch das Vertrauen der Mitarbeiter, Kunden und Geschäftspartner.
Untersuchungsausschuss einrichten: Je nach Größe und Schwere des Falles kann die Einrichtung eines Untersuchungsausschusses oder die Beauftragung externer Berater sinnvoll sein. Dieser Schritt stellt sicher, dass die Untersuchung objektiv, gründlich und unparteiisch durchgeführt wird.
Kooperation mit Behörden: Falls die Non-Compliance auch externe rechtliche Konsequenzen haben könnte, ist eine Kooperation mit den zuständigen Behörden notwendig. Dies muss koordiniert und in Übereinstimmung mit rechtlichen Beratern geschehen, um die Interessen des Unternehmens zu wahren.
Korrekturmaßnahmen definieren: Basierend auf den Ergebnissen der Untersuchung sollten angemessene Korrekturmaßnahmen festgelegt werden. Diese können reichen von internen Verwarnungen bis hin zu rechtlichen Schritten gegen die betroffenen Personen.
Präventive Maßnahmen entwickeln: Um zukünftige Verstöße zu vermeiden, entwickle präventive Maßnahmen. Dazu zählen Schulungen, verbesserte Kontrollen und eventuell eine Anpassung der Unternehmenspolitiken.
Kommunikation nach außen: Abhängig von der Art und Schwere der Non-Compliance, kann eine öffentliche Kommunikation notwendig sein. Diese sollte sorgfältig vorbereitet werden, um den Ruf des Unternehmens zu schützen und gleichzeitig Offenheit und Transparenz zu demonstrieren.
Der Umgang mit Non-Compliance ist eine Herausforderung, die Fingerspitzengefühl, juristisches Verständnis und eine klare Strategie erfordert. Als Compliance Officer ist es deine Aufgabe, durch proaktives Handeln das Risiko für das Unternehmen zu minimieren und die Einhaltung aller relevanten Gesetze und Richtlinien zu gewährleisten. Deine Rolle ist dabei nicht nur reaktiv, sondern auch präventiv, um die Integrität und das Ansehen des Unternehmens langfristig zu sichern.
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Non-Compliance liegt vor, wenn gesetzliche Vorgaben, regulatorische Anforderungen oder interne Richtlinien verletzt werden. Dazu zählen z. B. Verstöße gegen GwG, WpHG, MaRisk, Datenschutz, interne Policies oder Verhaltensregeln.
Der erste Schritt ist die sorgfältige Dokumentation. Du hältst alle relevanten Fakten fest – Zeitpunkt, beteiligte Personen, betroffene Bereiche und Art des Verstoßes – und sicherst Beweismaterial unverändert.
Eine saubere Dokumentation ist Grundlage für jede weitere Maßnahme. Sie schützt dich und das Unternehmen, ermöglicht eine objektive Bewertung und ist entscheidend für interne Untersuchungen oder externe Prüfungen.
Du nimmst eine vorläufige Risikobewertung vor: Welche rechtlichen, finanziellen oder reputativen Folgen drohen? Nicht jeder Verstoß erfordert die gleiche Eskalation – die Reaktion muss risikoorientiert sein.
Sobald straf-, aufsichts- oder haftungsrechtliche Konsequenzen möglich sind. Externe Rechtsberatung hilft, rechtssicher zu bewerten, wie weiter vorzugehen ist.
In der Regel die Geschäftsleitung. Je nach Schwere und Governance-Struktur kann auch der Vorstand oder das Aufsichtsorgan einzubeziehen sein. Die Berichtslinie sollte klar geregelt sein.
Transparenz reduziert Haftungsrisiken, verhindert Folgeschäden und stärkt Vertrauen bei Management, Mitarbeitenden und externen Stakeholdern. Vertuschung verschärft Risiken erheblich.
Je nach Fall wird ein Untersuchungsausschuss eingerichtet oder externe Berater werden hinzugezogen. Ziel ist eine objektive, unabhängige und nachvollziehbare Aufklärung des Sachverhalts.
Wenn gesetzliche Meldepflichten bestehen oder straf- bzw. aufsichtsrechtliche Sachverhalte vorliegen. Die Zusammenarbeit sollte abgestimmt und unter Einbindung rechtlicher Beratung erfolgen.
Es werden Korrekturmaßnahmen definiert und umgesetzt, z. B. Anpassung von Prozessen, disziplinarische Schritte oder organisatorische Änderungen. Zusätzlich sind präventive Maßnahmen wie Schulungen und Kontrollen erforderlich.
Prävention ist entscheidend. Aus jedem Fall müssen Lessons Learned abgeleitet werden, um Wiederholungen zu vermeiden – etwa durch bessere Kontrollen, klare Richtlinien und gezielte Schulungen.
Eine fundierte Weiterbildung gibt dir Sicherheit im Vorgehen, stärkt deine Eskalations- und Kommunikationsfähigkeit und liefert Tools für dokumentierte, rechtssichere Entscheidungen.
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