Als Chief Compliance Officer (CCO) trägst du die Verantwortung dafür, dass alle regulatorischen Anforderungen im Unternehmen eingehalten werden – von der Geldwäscheprävention bis zur Insiderregelung. Doch: Damit du diese Verantwortung ausüben kannst, brauchst du auch klare Rechte, Schutzmechanismen und Zugriffsbefugnisse.
In diesem Beitrag erfährst du, was dir zusteht – rechtlich und strukturell.
Welche konkreten Aufgaben erwarten dich im Tagesgeschäft als CCO?
Hier geht’s zum Artikel: Die Aufgaben eines Chief Compliance Officer
| RECHT DES COMPLIANCE OFFICERS | RECHTLICHE / ORGANISATORISCHE EINORDNUNG | PRAXIS-UMSETZUNG IM UNTERNEHMEN |
|---|---|---|
| Unabhängigkeit & Weisungsfreiheit | MaRisk AT 4.4.2, § 25a KWG | Festlegung in Geschäftsordnung, Compliance-Richtlinie und Funktionsbeschreibung |
| Umfassendes Informationsrecht | Erforderlich zur wirksamen Aufgabenerfüllung | Zugriff auf Verträge, Richtlinien, risikorelevante Vorgänge und Systeme |
| Zugriff auf sensible Daten | § 83 WpHG, GwG, Datenschutzrecht | Risikobasierter Zugriff bei Anlass, dokumentiert und zweckgebunden |
| Direkte Berichtslinie zur Geschäftsleitung | § 25a KWG, MaRisk | Regelmäßige Compliance-Berichte und Ad-hoc-Eskalationen |
| Berichtsrecht an das Aufsichtsorgan | Bei schwerwiegenden oder strukturellen Verstößen | Dokumentierte Eskalationswege im Governance-Regelwerk |
| Schutz vor Benachteiligung | HinSchG, arbeitsrechtliche Schutzprinzipien | Speak-Up-Policy, Schutzklauseln, Whistleblower-Regelungen |
| Verankerung in der Governance | DCGK, MaRisk, interne Governance | Organigramm, klare Stellenbeschreibung, feste Rolle im IKS/CMS |
| Abgrenzung der Befugnisse | Trennungsprinzip Compliance / Revision | Keine Sanktionen, keine Ermittlungen, keine Personalmaßnahmen |
Der Compliance Officer ist in der Unternehmensstruktur oft interdisziplinär positioniert: Weder vollständiges Mitglied der Geschäftsleitung noch reine Fachkraft – sondern eine Kontrollinstanz mit Berichtspflichten.
Die wichtigsten gesetzlichen Bezugspunkte:
§ 25h KWG (Verhinderung sonstiger strafbarer Handlungen)
§ 25a KWG (ordnungsgemäße Geschäftsorganisation)
§ 6 Abs. 2 GwG (Geldwäsche-Beauftragter = Compliance-Sonderfall)
MaRisk AT 4.4.2, BT 1, BT 2
WpHG, WpIG und KAGB (je nach Institutstyp)
Ein zentrales Recht des Compliance Officers ist die Unabhängigkeit in der Ausübung seiner Funktion. Das bedeutet:
Keine fachlichen Weisungen durch andere Abteilungen
Kein Eingriff durch Geschäftsleitung bei risikobehafteten Sachverhalten
Freie Entscheidung, ob und wann Themen eskaliert werden
💡 Achtung: Diese Unabhängigkeit muss durch die Geschäftsleitung strukturell sichergestellt werden (z. B. in der Geschäftsordnung, Compliance-Richtlinie oder Funktionsbeschreibung).
Um wirksam arbeiten zu können, muss der Compliance Officer über ein umfassendes Informationsrecht verfügen:
| Bereich | Zugriffspflicht |
|---|---|
| Verträge, Richtlinien | uneingeschränkter Einblick |
| Transaktionen, Geschäftsvorfälle | auf risikobasierter Grundlage |
| Kommunikationsdaten (E-Mail, Telefon) | gemäß § 83 WpHG (bei Verdacht/Anlass) |
| Mitarbeiterinformationen | im Rahmen des Datenschutzes (Zweckbindung beachten) |
Der CCO ist keine Kontrollfigur im luftleeren Raum, sondern benötigt konkrete Datenzugänge.
Ein weiteres zentrales Recht: Direkte Berichtslinie zur Geschäftsleitung und – in bestimmten Fällen – zum Aufsichtsorgan.
Das bedeutet:
Der CCO hat das Recht (und die Pflicht), Verstöße oder Risiken direkt an die Geschäftsleitung zu melden.
In kritischen Fällen kann auch der Aufsichtsrat involviert werden (z. B. wenn Geschäftsleitung selbst betroffen ist).
👉 Dieses Berichtswesen muss in einer Compliance-Berichtsordnung oder im ICS-Regelwerk dokumentiert sein.
Der Compliance Officer muss vor Repressalien geschützt werden, insbesondere wenn er Risiken oder Verstöße offenlegt:
Kein Karriere-Nachteil bei Hinweisgabe
Schutz vor Versetzung, Kündigung oder Diskriminierung
Whistleblower-Schutz nach HinSchG kann auch für den CCO gelten (insb. in dualer Funktion)
Zudem: In vielen Unternehmen greift hier die interne „Speak-Up Policy“, die auch interne Hinweisgeber schützt.
Die Rechte des Compliance Officers sollten verbindlich in folgenden Dokumenten geregelt sein:
Geschäftsordnung des Vorstands / der Geschäftsführung
Compliance- und Kontrollrichtlinie
Aufgabenzuweisung / Funktionsbeschreibung
Organigramm (eigene Stelle oder Stabsstelle)
Auslagerungsverträge (wenn Funktion extern vergeben)
Nur wenn die Governance den Compliance Officer absichert, wird seine Rolle im Ernstfall tragfähig.
Der Compliance Officer kann und darf nicht:
Sanktionen ohne Geschäftsleitungsbeschluss aussprechen
Strafrechtliche Ermittlungen führen (nur vorbereitende Dokumentation)
Eigenständig Personalmaßnahmen ergreifen
Revisionsfunktion übernehmen (Trennungsprinzip zu Internal Audit)
Die Rechte gehen weit – aber immer im Rahmen der Zweckbindung und Funktionentrennung.
Um deine Rolle wirksam und rechtssicher auszufüllen, ist eine fundierte Weiterbildung essenziell. Im Lehrgang „Chief Compliance Officer – S+P Certified“ lernst du:
Deine rechtlichen Befugnisse durchzusetzen
Risiken richtig zu eskalieren
Dich gegen Druck oder Einflussnahme zu schützen
👉 Jetzt mehr erfahren: Lehrgang Chief Compliance Officer mit S+P Zertifikat
Der Chief Compliance Officer ist kein zahnloser Tiger. Die Rolle ist mit Rechten, Pflichten und Schutz ausgestattet – aber nur, wenn sie im Unternehmen auch strukturell verankert ist.
Wenn du in dieser Funktion Verantwortung übernimmst, solltest du:
Deine Rechte kennen,
sie mit Nachdruck einfordern,
und dich regelmäßig über gesetzliche Entwicklungen weiterbilden.
Denn Compliance funktioniert nur mit Rückgrat – und Rückhalt.
👉 Du willst deine Rolle als Compliance Officer souverän ausfüllen? Dann nutze den S+P Lehrgang zur rechtlichen und praktischen Stärkung deiner Funktion:
Jetzt zum Lehrgang Chief Compliance Officer →👉 Du willst deine Rolle als Compliance Officer souverän ausfüllen? Dann nutze den S+P Lehrgang zur rechtlichen und praktischen Stärkung deiner Funktion:
Jetzt zum Lehrgang Chief Compliance Officer →Ja. Der Compliance Officer muss seine Aufgaben unabhängig und ohne fachliche Weisungen aus anderen Fachbereichen wahrnehmen können. Diese Weisungsfreiheit ist Voraussetzung für wirksame Compliance.
Der Compliance Officer hat ein umfassendes Informationsrecht. Er darf auf alle Informationen zugreifen, die zur Erfüllung seiner Aufgaben erforderlich sind – insbesondere auf Verträge, Richtlinien und risikorelevante Geschäftsvorfälle.
Ja, jedoch nur anlass- und risikobasiert sowie unter Beachtung von Datenschutz und Zweckbindung. Rechtsgrundlagen ergeben sich u. a. aus § 83 WpHG und dem GwG.
Ja. Der Compliance Officer ist berechtigt und verpflichtet, Risiken und Verstöße direkt an die Geschäftsleitung zu berichten. Dieses Berichtsrecht ist zentral für die Governance.
In schwerwiegenden Fällen oder wenn die Geschäftsleitung selbst betroffen ist, kann und muss der Compliance Officer das Aufsichtsorgan informieren.
Ja. Der Compliance Officer darf keine Nachteile erleiden, weil er Risiken oder Verstöße offenlegt. In bestimmten Konstellationen greift auch der Schutz des Hinweisgeberschutzgesetzes.
Der Compliance Officer darf keine Sanktionen verhängen, keine strafrechtlichen Ermittlungen führen, keine Personalmaßnahmen anordnen und nicht die Funktion der Internen Revision übernehmen.
Nur wenn Rechte, Berichtslinien und Schutzmechanismen in der Governance verankert sind, kann der Compliance Officer seine Verantwortung rechtssicher und wirksam wahrnehmen.
Erhalte ein vollständiges Update zu DORA, AMLA, ESG, WpHG und internen Kontrollen – praxisnah und regulatorisch fundiert.
Zu den Compliance-Seminaren →Lerne, wie du Compliance-Risiken erkennst, Haftung vermeidest und ein wirksames CMS aufbaust – mit vielen Praxisbeispielen.
Zum Compliance Officer Seminar →Erweitere dein Fachwissen mit praxisorientierten Weiterbildungen zu MaRisk, DORA, ESG und Sorgfaltspflichten im Unternehmen.
Zur Compliance-Weiterbildung →Schulung zur sicheren Umsetzung von Auslagerungen nach MaRisk, BAIT und DORA. Mit Tools zur Risikoanalyse und Kontrolle.
Zur Auslagerungs-Schulung →WpHG-, MAR- und MiFID-II-Regeln verstehen und anwenden. Vermeide Insiderhandel, Marktmissbrauch und Interessenkonflikte.
Zur Kapitalmarkt-Compliance →Erwerbe das S+P Certified Zertifikat für Compliance Officer – inklusive Fallstudien, Tool Box und Prüfungsvorbereitung.
Zum zertifizierten Lehrgang →Vertiefe dein Wissen zu MaRisk- und WpHG-Anforderungen. Lerne, wie du regulatorische Prüfungen sicher bestehst.
Zum MaRisk/WpHG Lehrgang →
Sie müssen den Inhalt von reCAPTCHA laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Turnstile. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen