Arten von Prokura erklärt: Einzel-, Gesamt- & Filialprokura

Die Prokura ist eine der wichtigsten handelsrechtlichen Vollmachten. Sie verleiht dir weitreichende Befugnisse, um ein Unternehmen nach auĂźen zu vertreten. Gleichzeitig ist sie auch ein entscheidender Karriere-Booster, denn mit einer Prokura signalisierst du: Du bist vertrauenswĂĽrdig, fachlich kompetent und bereit fĂĽr mehr Verantwortung.

In diesem Artikel erfährst du alles über die Arten von Prokura, ihre rechtlichen Grundlagen, die praktische Bedeutung im Alltag und wie du dich mit gezielter Weiterbildung optimal auf die Rolle vorbereitest.

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Welche Arten von Prokura gibt es?

Einzelprokura

Eine Person vertritt das Unternehmen allein – maximale Handlungsfreiheit, hohe Verantwortung.

Gesamtprokura

Zwei oder mehrere Prokurist:innen handeln nur gemeinsam – Vier-Augen-Prinzip, mehr Kontrolle.

Filialprokura

Vertretungsbefugnis ist auf eine bestimmte Niederlassung beschränkt – klare Zuständigkeiten.

Gemischte Prokura

Handeln nur zusammen mit Geschäftsführer:in/Vorstand – zusätzliche Sicherheit bei Schlüsselfällen.

Use Cases: Arten der Prokura in der Praxis

Einzelprokura

Merkmal: Eine Person darf das Unternehmen allein vertreten.

Use Case: Prokurist A verhandelt eigenständig mit einem Zulieferer und unterzeichnet den Vertrag sofort – schnelle Entscheidungen ohne Abstimmung.

Gesamtprokura

Merkmal: Mindestens zwei Prokurist:innen mĂĽssen gemeinsam handeln.

Use Case: Prokurist A und B unterschreiben beide einen Leasingvertrag für neue Firmenfahrzeuge – so ist ein internes Kontrollprinzip eingebaut.

Filialprokura

Merkmal: Vertretungsmacht ist auf eine Niederlassung beschränkt.

Use Case: Prokurist C darf alle Geschäfte der Niederlassung in München abwickeln, hat aber keine Befugnis für die Zentrale in Berlin.

Gemischte Prokura

Merkmal: Prokurist handelt nur gemeinsam mit einem Geschäftsführer oder Vorstand.

Use Case: Prokurist D unterzeichnet einen Kreditvertrag nur zusammen mit dem Geschäftsführer – Kontrolle durch die Unternehmensleitung bleibt gewahrt.

👉 Hinweis: Die Wahl der Prokura-Form ist ein strategisches Instrument der Unternehmenssteuerung. Mehr dazu im S+P Prokurist-Lehrgang.

1. Was ist eine Prokura?

Die Prokura ist eine handelsrechtliche Vollmacht, die im Handelsregister eingetragen wird (§§ 48 ff. HGB). Sie ermächtigt dich, alle Arten von gerichtlichen und außergerichtlichen Geschäften im Namen des Unternehmens vorzunehmen – mit wenigen gesetzlich definierten Ausnahmen.

Damit unterscheidet sie sich von einer gewöhnlichen Handlungsvollmacht: Die Prokura ist umfassend, stark formalisiert und nach außen erkennbar.


2. Warum ist die Prokura ein Karriere-Booster?

Mit einer erteilten Prokura drückt die Geschäftsführung Vertrauen in deine Führungsqualitäten, Entscheidungsfähigkeit und Loyalität aus.
Viele Prokurist:innen steigen später in die Geschäftsführung oder den Vorstand auf.

Prokura = Sprungbrett in die Unternehmensleitung.

Doch Vorsicht: Mit der Prokura kommen nicht nur Rechte, sondern auch klare Pflichten und Haftungsrisiken. Um diese sicher zu meistern, brauchst du neben Erfahrung auch Umsetzungskompetenz und rechtliches Wissen. Genau das liefert dir der S+P Prokurist-Lehrgang.


3. Die verschiedenen Arten von Prokura

Die Prokura tritt in unterschiedlichen Ausgestaltungen auf. Jede Art hat eigene rechtliche Implikationen und praktische Folgen fĂĽr deinen Arbeitsalltag.

3.1 Einzelprokura

Bei der Einzelprokura darfst du das Unternehmen allein vertreten.

  • Du unterschreibst Verträge im eigenen Namen.

  • Du fĂĽhrst Prozesse fĂĽr das Unternehmen.

  • Du bist nach auĂźen vollständig handlungsfähig.

👉 Für dich bedeutet das: Maximale Verantwortung, aber auch maximales Risiko. Du brauchst exzellente Fachkenntnisse und eine enge Abstimmung mit der Geschäftsführung.


3.2 Gesamtprokura

Die Gesamtprokura wird mehreren Personen gemeinsam erteilt.

  • Rechtsgeschäfte dĂĽrfen nur gemeinschaftlich abgeschlossen werden.

  • Meistens gilt die Kombination „zwei Prokurist:innen gemeinsam“ oder „Prokurist:in zusammen mit GeschäftsfĂĽhrer:in“.

👉 Vorteil: Kontrollmechanismus durch Vier-Augen-Prinzip.
👉 Nachteil: Weniger Flexibilität, da du bei jedem Geschäft auf Mitzeichner:innen angewiesen bist.


3.3 Filialprokura

Die Filialprokura beschränkt deine Vertretungsmacht auf eine bestimmte Niederlassung oder Filiale.

  • Du darfst Geschäfte nur fĂĽr die im Handelsregister genannte Niederlassung abschlieĂźen.

  • FĂĽr andere Unternehmensbereiche fehlt dir die Vertretungsbefugnis.

👉 Diese Form wird oft in großen Unternehmen oder Handelskonzernen eingesetzt, um Verantwortlichkeiten klar abzugrenzen.


3.4 Gemischte Prokura

Die gemischte Prokura ist eine Mischform aus Gesamtprokura und anderen Vertretungsarten.

  • Du darfst z. B. nur zusammen mit einem GeschäftsfĂĽhrer oder einem besonderen Handlungsbevollmächtigten agieren.

  • Diese Konstruktion erhöht die interne Kontrolle und sorgt dafĂĽr, dass wichtige Entscheidungen immer von der Unternehmensleitung mitgetragen werden.


3.5 Unterarten & Sonderformen

Neben den klassischen Formen gibt es noch spezielle Ausgestaltungen:

  • Prokura mit internen Beschränkungen (z. B. Betragslimits) → rechtlich nach auĂźen irrelevant, aber intern verbindlich.

  • Scheinprokura → nicht im Handelsregister eingetragen, daher rechtlich unwirksam.

  • Widerrufene Prokura → jederzeit durch GeschäftsfĂĽhrung möglich; der Entzug muss ins Handelsregister eingetragen werden.


4. Rechte der Prokurist:innen

Als Prokurist:in bist du nahezu gleichgestellt mit der Geschäftsführung, was die Vertretungsmacht betrifft.

Beispiele deiner Rechte:

  • Vertragsabschluss: Kauf, Leasing, Vertrieb, Dienstleistungen.

  • Finanzierung: Kredite aufnehmen, Zahlungen abwickeln, Sicherheiten bestellen.

  • Personal: Arbeitsverträge schlieĂźen, KĂĽndigungen aussprechen.

  • Rechtsvertretung: Prozesse fĂĽhren, Vergleiche schlieĂźen, Anwälte mandatieren.

👉 Aber: Deine Haftung steigt mit. Ein Fehltritt kann teuer werden – für das Unternehmen und für dich persönlich.


5. Grenzen der Prokura

Das HGB setzt klare Grenzen. Folgende Geschäfte darfst du nicht allein ausüben:

  • Verkauf oder Belastung von GrundstĂĽcken (nur mit Sondervollmacht).

  • Unterzeichnung des Jahresabschlusses.

  • Anmeldung zum Handelsregister.

  • Erteilung weiterer Prokura.

👉 Dein Handeln bewegt sich also in einem weiten, aber klar umrissenen Rechtsrahmen.


6. Pflichten der Prokurist:innen

Mit den Rechten gehen Pflichten einher. Du musst stets die Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns wahren (§ 347 HGB analog).

Deine Pflichten im Ăśberblick:

  • Sorgfaltspflicht: Entscheidungen abwägen, Risiken prĂĽfen, im Unternehmensinteresse handeln.

  • Loyalitätspflicht: Weisungen und Unternehmensziele einhalten.

  • Dokumentationspflicht: Verträge, Entscheidungen, Vollmachten und interne Vorgaben festhalten.

  • Haftung: Bei Pflichtverletzungen droht persönliche Haftung.

👉 Deshalb sind Prüfungssicherheit und interne Kontrollsysteme entscheidend – dafür gibt es Tools wie die S+P Tool Box.


7. Praxis: Wie du deine Rolle als Prokurist:in sicher meisterst

Viele Prokurist:innen berichten:

  • „Ich wusste, dass ich unterschreiben darf – aber nicht, wie ich meine Haftung vermeide.“

  • „Die interne Dokumentation war oft lĂĽckenhaft.“

  • „Zwischen GeschäftsfĂĽhrung und operativer Ebene stand ich ständig im Spannungsfeld.“

Hier hilft dir strukturiertes Wissen + Umsetzungskompetenz:

  • Checklisten fĂĽr typische Entscheidungssituationen.

  • Vorlagen fĂĽr Verträge, Protokolle und Vollmachten.

  • Kontrollpläne fĂĽr interne Vorgaben.

👉 Diese Tools sind Teil des Prokurist-Lehrgangs, damit du sofort sicher handeln kannst.


8. Karriere-Booster Prokura

Die Prokura ist mehr als eine Vollmacht – sie ist ein Karrieresignal.

  • Nach auĂźen: Vertrauen und Kompetenz sind belegt.

  • Nach innen: Du bist die rechte Hand der GeschäftsfĂĽhrung.

  • FĂĽr die Zukunft: Viele Prokurist:innen werden in die GeschäftsfĂĽhrung berufen.

👉 Mit gezielter Weiterbildung machst du den Schritt vom Prokuristen zum Geschäftsführer greifbar.

Hier setzt S+P an: Zum Prokurist-Lehrgang.

9. Fazit: Prokura sicher nutzen – Karriere gestalten

Die Arten von Prokura (Einzel-, Gesamt-, Filial-, gemischte Prokura) bestimmen, wie weit deine Befugnisse reichen.
Egal welche Form dir erteilt wird: Deine Rechte sind weitreichend, deine Pflichten klar, deine Haftung real.

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FAQ: Prokurist – Rechte, Pflichten & Karriere

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