Sanierungsplan und Sanierungscontrolling

Sanierungsplan und Sanierungscontrolling – Mehr Informationen erhalten Sie mit dem Seminar Unternehmensführung.

Im folgenden S&P Informationsblog Sanierungsplan und Sanierungscontrolling erhalten Sie einen Überblick zu folgenden Themen:

  • Leitbild des sanierten Unternehmen
  • Realisierbares und zukunftsfähiges Geschäftsmodell
  • Aufbau des integrierten Sanierungsplans (Ergebnis-, Finanz- und Vermögensplan)
  • Sanierungscontrolling mit Kennzahlen

 

Sanierungsplan und Sanierungscontrolling

 

Sanierungsplan und Sanierungscontrolling – Leitbild des sanierten Unternehmen

Bestandteil eines Sanierungskonzepts ist das Leitbild des sanierten Unternehmens. Das Leitbild umschreibt die Konturen eines Unternehmens, das in wirtschaftlicher Hinsicht mindestens eine nachhaltige durchschnittliche bran­chenübliche Rendite und eine angemessene Eigenkapitalausstattung aufweist.

Es erschöpft sich nicht in einer Beschreibung gegenwärtiger Verhältnisse, sondern zeichnet das Bild eines zukünftigen Unternehmens, das wieder attraktiv für Eigen- und Fremdkapitalgeber geworden ist.

Es dient zugleich der Identifizierung geeigneter Sanierungsmaßnahmen, die erforderlich sind, um sich im Wettbewerb mit seinen Leistungen (Produkten oder Dienstleistungen) gegenüber seinen Wettbewerbern zu behaupten.

Damit trägt es zur Ausrichtung der verschiedenen Unternehmenseinheiten und zur Koordinierung der Handlungsverantwortlichen bei.

 

Realisierbares und zukunftsfähiges Geschäftsmodell – Sanierungsplan und Sanierungscontrolling

Das Leitbild schließt ein realisierbares, zukunftsfähiges Geschäftsmodell ein.

Als knapp und klar zu beschreibende Eckdaten eines Geschäftsmodells kommen insb. in Betracht:

• 

Die wesentlichen Geschäftsfelder des Unternehmens mit

– 

ihren Produkt-/Marktkombinationen,

– 

der zugehörigen Umsatz-/Kostenstruktur und

– 

den hierfür erforderlichen Prozessen und Systemen

• 

die Ressourcen und Fähigkeiten, die es zu entwickeln und zu nutzen gilt.

Für das Leitbild kommen ergänzend hinzu:

• 

Die langfristigen Zielvorstellungen und Grundstrategien des Unternehmens

• 

die angestrebte Wettbewerbsposition bzw. die angestrebten Wettbewerbsvorteile für den Kunden

• 

die zu beachtenden gemeinsamen Wertvorstellungen, Grundregeln und Verhaltensweisen, die in ihrer Gesamtheit den Kern der Unternehmenskultur bilden und das interne Miteinander sowie das Auftreten nach außen maßgeblich prägen.

Diese Bestandteile des Leitbilds sind nach dem Kriterium der Stimmigkeit zu analysieren und auszurichten. Dadurch werden kontraproduktive Effekte erkannt und vermieden, die sich daraus ergeben können, dass einzelne Komponenten nicht zueinander passen.

Im Laufe der Konzepterstellung ist das Leitbild anhand der gewonnenen Erkenntnisse zusammen mit den Stakeholdern weiterzuentwickeln. Das Leitbild wirkt integrierend und motivierend, da es durch das positive Zukunftsbild auch einen Beitrag zu dem für die Krisenbewältigung unerlässlichen Stimmungsumschwung liefert.

 

Seminar Unternehmensführung

 

 

Aufbau des integrierten Sanierungsplans (Ergebnis-, Finanz- und Vermögensplan) – Sanierungsplan und Sanierungscontrolling

Der im Sanierungskonzept verankerte Sanierungsplan ist integriert als Ergebnis-, Finanz- und Vermögensplan zu erstellen. Dabei wird, ausgehend von den betrieblichen Teilplänen (Absatzplanung, Investitionsplanung, Personalplanung usw.), eine Plan-Gewinn- und Verlustrechnung und darauf aufbauend ein Finanzplan und eine Plan-Bilanz entwickelt (monatlich, quartalsweise, halbjährlich, jährlich).

 

In der Planung sind die kritischen Prämissen besonders hervorzuheben, wie z.B.:

• 

Die Entwicklung von Rohstoffpreisen

• 

das Wachstum von Auslandsmärkten, insb. in […]

• 

die Wechselkursstabilität

• 

die Preisentwicklung auf der Nachfrageseite

• 

die Wettbewerbsentwicklung

• 

die Stabilität der Rechtslage (z.B. Steuerrecht)

• 

die Fortsetzung wichtiger Verträge mit Großkunden.

Zur Berücksichtigung der Planungsunsicherheiten erscheint es zudem zweckmäßig, Alternativrechnungen zum „real case“ (wahrscheinlichster Fall) durchzuführen oder mit einer quantitativen Risikoeinschätzung die Einhaltung von Liquidität, die Aufrechterhaltung einer vorgegebenen Eigenmittelquote oder weiterer sog. „Covenants“ (z.B. die Einhaltung von Kennzahlen, Auflagen und Bedingungen während der Kreditlaufzeit) abzuschätzen.

Bei der zahlenmäßigen Darstellung des geplanten Sanierungsablaufs sind auch die voraussichtlichen Kosten der künftigen Beratung sowie der Kontrolle der Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen zu berücksichtigen.

Aus dem Finanzplan ergibt sich zugleich, zu welchem Zeitpunkt und in welcher Höhe Finanzmittel, die für die Sanierung nicht benötigt werden, zur Befriedigung der Gläubiger genutzt werden können.

Die Analyse der Planabweichungen sowie die Planfortschreibung sind nicht Bestandteil des Sanierungskonzepts. Auf die Erforderlichkeit dieser Tätig­keiten sowie einer fortgesetzten Beratung während der gesamten Sanierungsphase wird jedoch hingewiesen.

 

Sanierungscontrolling mit Kennzahlen – Sanierungsplan und Sanierungscontrolling

Die integrierte Planung ist insbesondere um solche Kennzahlen zu ergänzen, die die Aussage zur Sanierungsfähigkeit stützen. In Betracht kommen

1. 

Liquiditätskennzahlen:

a. 

Liquiditätsgrade I bis III

b. 

Cashflow in % vom Umsatz

c. 

Schuldentilgungsdauer in Jahren

d. 

Kapitaldienstdeckungsfähigkeit – Debt Service Coverage

 

2. 

Ertragskennzahlen:

a. 

Gesamtkapitalrentabilität

b. 

Eigenkapitalrentabilität

c. 

Umsatzrentabilität

d. 

Material-/Fremdleistungsquote

e. 

Personalaufwandsquote

f. 

EBITDA in % vom Umsatz

 

3. 

Vermögenskennzahlen:

a. 

Eigenmittelquote

b. 

Verschuldungsgrad

c. 

Anlagendeckung

d. 

Working Capital

e. 

Laufzeiten der Debitoren und Kreditoren in Tagen

f. 

Vorratsreichweite in Tagen.

Hinzu kommen etwaige vertraglich vereinbarte Kennzahlen im Rahmen sog. Covenants.

 

Die Entwicklung der Kennzahlen und deren Kommentierung verdeutlichen den geplanten Sanierungsverlauf und stellen Kontrollgrößen für den Grad der Zielerreichung des Sanierungskonzepts dar. Sie liefern zugleich Eckpunkte für die Beurteilung des Sanierungskonzepts durch Dritte.

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